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Kesting - Dachdeckermeisterbetrieb

 

- Unser Dachdeckerteam
- Chronik der Firma Kesting
- und da war doch noch ...



 

Die viel zu heiße Wurst,

in die das Kesting-Team Ende der 50er Jahre biss und sich mit diesen Happen ins kriminelle Milieu riss. Tatort war der Hof der ehemaligen Korbacher Landmaschinenfirma Gebrüder Wiegand, wo Karl Kesting und seine Arbeiter ihren Auftrag erfüllten.

Irgendwann zwischen Frühstück und Mittag rief eine Stimme von unten: "Wollt ihr'n paar Würste kaufen? Ganz billig!" Bei diesem Angebot spitzten die Dachdecker sofort die Ohren, denn so ein Würstchen kam in diesen mageren Zeiten schließlich nicht jeden Tag auf den Tisch. Die Handwerker entschieden blitzschnell aus dem Bauch heraus und ließen Ziegel Ziegel sein. Ihre Augen suchten nun den zu der Stimme gehörenden Mann, der mit einem prall gefüllten Rucksack unten stand und darauf hoffte, dass denen da oben bereits das Wasser im Munde zusammenlief. Jetzt ging es um die Wurst, und schnell wurden sich die beiden Handelspartner über den Preis einig. Sichtlich erleichtert schlich der Verkäufer wieder vom Hof - die Kesting-Mannschaft hingegen ging mit schwerem Magen wieder an ihre Arbeit. Wird wohl ein Bauer gewesen sein, es laufen ja genug hier rum, erklärten sich die Handwerker ihre unerwartet fette Beute.

Eine andere Stimme riss die Dachdecker nachmittags erneut aus ihrem Schaffen. "Haben Sie einem Mann Wurst abgekauft?" drang ein energischer Ton nach oben - die Polizei stand unten auf der Matte. Das "Ja, haben wir" -  von Karl Kesting kam einem Geständnis gleich, denn mit diesen Worten war für heute Feierabend auf dem Dach: Verhöre standen dafür auf dem Programm. "Wir wurden alle einzeln vorgeladen und vernommen", erinnert sich Karl Kesting noch heute. Von der Polizei erfuhren die Dachdecker, dass sie einem Dieb aufgesessen waren, der in einer Korbacher Metzgerei die Würste gestohlen hatte. Den Mann haben sie abends geschnappt, aber die heiße Ware war den Männern vom Bau nicht mehr zu nehmen.

 

... und da war doch noch

Ein Schrott-Tag ...

... der im Jahr 1953 dem Kesting-Team in Hof Lauterbach auflauerte. Dort wollten Karl Kesting und seine Arbeiter dem Gutsbesitzer aufs Dach steigen. Als sie dort morgens mit dem noch nagelneuen Dreirad - ein motorisierter Kleinlaster auf drei Reifen - ankamen, wussten sie nicht, dass sie ihr Gefährt an einem denkbar ungünstigen Ort abgestellt hatten. Bei ihrer Arbeit auf dem Dach stand es außerhalb ihres Blickfeldes. Das aus den Augen verlorene Fahrzeug bemerkten auch der Schmied Horn und der Schreiner Brettner, die beide auf Hof Lauterbach angestellt waren. Und es war gegen Mittag, als die beiden Schlitzohren einige auf dem Hof spielende Kinder zu sich riefen. 

Sie zeigten auf das Dreirad und gaben den Nebenverdienst-Tip: "Der Lumpen- und Eisensammler ist gerade da, und hier steht so viel Schrott herum. Sammelt alles ein und stellt es denen ans Auto, dann könnt ihr euch ein paar Pfennige hinzuverdienen." Gesagt, getan. Immer mehr Kinder wuselten über das Gutsgelände, um sich auch ein paar Münzen aus der vermeintlichen Geldquelle zu sichern. Aus allen Ecken des Hofes karrten die 12 bis 15 Kinder unbrauchbares Zeug heran und garnierten damit das Dreirad. Endlich Feierabend, dachten die Dachdecker um vier Uhr und freuten sich auf den Nachhauseweg. Als der Blick auf ihr Fahrzeug wieder frei war, trauten die Handwerker ihren Augen nicht:

Von dem Dreirad schaute nur noch die Fahrerkabine heraus - ansonsten sahen die Dachdecker nur Schrott, der im Umkreis von drei bis vier Metern den Wagen einrahmte. Als die Kinder die "Lumpensammler" endlich sahen, stürmten sie auf sie zu, um ihren verdienten Lohn abzuholen. Die Enttäuschung stand ihnen ins Gesicht geschrieben, als Karl Kesting mitteilte: "Wir sind keine Lumpensammler, und jetzt räumt den Schrott wieder weg." Plötzlich schien es so, als ob jemand allen Hofangestellten - etwa 40 an der Zahl - gleichzeitig einen Witz erzählt hätte, denn aus jedem Haus schallte lautes Gelächter nach draußen. Alle hatten das Lumpen- und- Eisen-Spielchen mitverfolgt, nur die Dachdecker hatten nichts mitbekommen. Damit die Arbeitsmoral der Kinder nach der Enttäuschung nun nicht ganz in den Keller rutschte, drückte Kesting den Kindern doch noch "ein paar Mark in die Hand". Nach zwei Stunden Aufräumarbeit konnten auch die Dachdecker mitlachen.

... und da war doch noch

Unser 75-jähriges Jubiläum

 

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